Zahnsanierung in Narkose

Oft weist das Gebiss eines Kindes mehrere kariös zerstörte Zähne auf, aber das Kind ist noch zu ängstlich und zu klein, um diese vielen Löcher in mehreren Sitzungen unter Beruhigung durch Lachgas oder mit leichten Schlafmitteln sanieren zu lassen. Auch wenn die Behandlung objektiv schmerzlos ist kann für ein ängstliches Kind die psychische Belastung zu gross sein, und es könnten wegen der mangelnden Ruhe und Öffnung der Mundhöhle auch kaum korrekte definitive Füllungen gelegt werden. Und doch ist es wichtig, dass die kariösen Zähne repariert werden. Nicht nur die bleibenden Zähne sind gefährdet, sondern auch die Milchzähne können Schmerzen und gefährliche Vereiterungen verursachen und benachbarte Zähne können angesteckt werden. Zudem müssen die seitlichen Milchzähne noch bis etwa zum 10. – 12. Lebensjahr als Platzhalter für die späteren bleibenden Zähne dienen.

Bei ängstlichen Kleinkindern mit vielen kariösen Zähnen ist es deshalb oft am sinnvollsten, eine Gebiss Sanierung in Narkose durchzuführen. Dazu kommt jeweils ein Team aus einem Narkosearzt /ärztin (Fachärzte für Anästhesiologie FMH) und einer Narkoseschwester oder -pfleger mit den notwendigen Ausrüstungen in die Praxis. Die Narkose wird damit eingeleitet, dass das Kind einen Sirup mit Schlafmittel erhält. Nach etwa 30 Minuten ist es dann so müde, dass mit einer kaum mehr spürbaren kleinen Spritze am Arm das Narkosemittel injiziert werden kann, worauf das Kind sofort einschläft. Während dann die Zähne behandelt werden können, ohne dass das Kind irgend etwas davon spürt, überwacht das Narkoseteam den Schlaf, Atmung und Kreislauf des Kindes, und wenn das Gebiss nach etwa 1 – 2 Stunden saniert ist, wird die Narkose ausgeleitet und das Kind erwacht wieder. Es weiss von der ganzen Prozedur dann nichts mehr und kann sich noch etwa 2 Stunden in der Praxis ausruhen bevor es nach Hause mitgenommen werden kann. Nachschmerzen oder Übelkeiten gibt es heute eigentlich kaum mehr nach solchen Eingriffen, da nur noch moderne intravenöse Narkosemittel und keine Narkosegase mehr verwendet werden. Die Ärzte unseres Narkoseteams sind alle für die Kindernarkose ausgebildet und haben eine grosse Erfahrung, so dass wir die grösstmögliche Sicherheit bieten können. Natürlich werden in dieser Narkosebehandlung alle kariösen Zähne saniert, so dass das Kind darnach keine weiteren Behandlungen mehr braucht. Zusätzlich ist es aber wichtig, mit zuckerarmer gesunder Ernährung und täglicher Zahnreinigung mit Fluoridzahnpasten die Entstehung von neuer Karies zu verhindern.

Das Kind muss vier Wochen lang vor der Narkose gesund sein. Dies ist wichtig, damit die Atemwege während der Narkose nicht gereizt werden. Am Tag der Behandlung muss das Kind nüchtern erscheinen; es darf sechs Stunden vorher nichts mehr essen und 2 Stunden vorher nichts trinken.

Die Kosten für eine solche Sanierung werden getrennt berechnet, einerseits die zahnärztlichen Leistungen und anderseits der Aufwand des Narkoseteams. Da bei ganz ängstlichen oder geistig behinderten Kindern eine genaue Untersuchung und die Anfertigung von Röntgenbildern meist erst in der Narkose möglich ist, können die Kosten oft nur grob zum voraus geschätzt werden. Das Honorar für das Narkoseteam richtet sich nach der Dauer der Narkose

Eine Kostenübernahme durch Krankenkassen, Unfallversicherungen, Fürsorgeämter oder Invalidenversicherung muss vorgängig individuell abgeklärt werden. Eine Kostengutsprache ist in diesen Fällen immer nötig. Im KVG-Obligatorium ist für gesunde Kinder aber keine Kostenübernahme für zahnärztliche Kariessanierungen und die dafür nötige Narkose verankert. Die freiwilligen Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen übernehmen in der Regel nur die zahnärztlichen Leistungen, aber nicht die Narkosekosten.